• Was ist Pro Tropenholz? Pro Tropenholz ist eine Interessengemeinschaft von langjährig tätigen Holzimporteuren und Händlern.

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  • Tropenholz-handel Der legale internationale Holzhandel ist nicht für die Zerstörung der wichtigen Tropenwälder verantwortlich.

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  • Tropenholz-boykott Ein Boykott rettet keine Waldflächen.

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  • Schutz der Tropenwälder Eine wirtschaftliche Nutzung der wertvollen Ressource ermöglicht den Schutz des Ökosystems als Ganzes.

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  • Nachhaltige Holzwirtschaft Von einer nachhaltigen Nutzung und Bewirtschaftung der Wälder profitieren auch die Menschen vor Ort.

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Tropenholz vs. Heimisches Holz

Wer sich ein Holzprodukt anschaffen möchte, muss meist die grundlegende Entscheidung zwischen Tropenholz und heimischem Holz treffen. Neben der Frage, welches Holz geeigneter erscheint, spielt beim Kauf auch die Umweltfreundlichkeit häufig eine große Rolle. Der ethische Käufer scheint angeblich nur noch zu heimischen Holzarten greifen zu können. Doch worin genau unterscheiden sich eigentlich Tropenholzarten von den Heimischen? Und ist heimisches Holz wirklich umweltfreundlicher?

Was sind die Unterschiede zwischen Tropenholz- und heimischen Holzarten?

Der nächstliegende Unterschied ist die Herkunft der Holzarten: Während Tropenholz aus den entfernten tropischen und subtropischen Wäldern stammt, sind heimische Holzarten theoretisch auch im benachbarten Waldgebiet zu finden. So banal dies auch klingen mag, so weitreichend sind die daraus resultierenden Unterscheidungen. Während heimische Hölzer den Jahreszeiten und deren Temperaturunterschieden ausgesetzt sind, wachsen tropische Bäume in einem konstant warmen, feuchten Klima. Aufgrund dieses konstanten Klimas erhält Tropenholz eine einheitlichere Struktur, wodurch schöne Maserungen und Farben besonders gut ausgebildet werden können.

Im Gegensatz zu den heimischen Holzarten muss im dicht bewachsenen, tropischen Wald zudem jeder Baum um den Zugang zu Licht kämpfen, wodurch dieser besonders gerade nach oben wächst, ohne dabei zahlreiche Äste oder Verzweigungen auszubilden. Neben diesen Unterschieden sind Tropenhölzer aufgrund ihres hohen Kernholzgehalts und der geringeren Feuchtigkeit außerdem langlebiger und von höherer Dauerhaftigkeit. Da sich die Bäume zusätzlich vor zahlreichen Pilzen und Insekten schützen müssen, sind tropische Hölzer von Natur aus viel resistenter als heimische Holzarten. Dies lässt sich besonders gut an den Resistenzklassen erkennen: Während über die Hälfte aller Tropenholzarten der Resistenzklassen 1-3 und somit den Klassen „mäßig dauerhaft“ bis „sehr dauerhaft“ zugeordnet werden, ist dies bei heimischen Hölzern gänzlich anders. Der Resistenzklasse 2 werden lediglich zwei heimische Holzarten zugeordnet: die Eiche und die Robinie. In der höchsten Resistenzklasse sind sogar ausschließlich Tropenhölzer vertreten, beispielsweise Bangkirai, Ipé und Cumaru, womit Tropenhölzer grundsätzlich eine höhere Lebenserwartung unter hohen Anforderungen haben.

Ist heimisches Holz umweltfreundlicher als Tropenholz?

Trotz der herkunftsbedingten, positiven Eigenschaften von Tropenholz wird oftmals zu heimischem Holz geraten. Immer wieder hört und liest man davon, dass man mit heimischen Hölzern umweltfreundlichere und ökologisch unbedenkliche Produkte einkauft. Aber ist das auch wirklich so?

Zusätzliche Behandlung bedeutet zusätzliche Umweltbelastung

Wie zuvor beschrieben ist das meiste heimische Holz nicht so widerstandsfähig wie Tropenholz. Es ist von Natur aus nicht für die hohen Anforderungen geeignet, denen das Holz beispielsweise im Außenbereich ausgesetzt ist. Zudem wünschen sich Kunden oftmals die dunkle, edle Optik, die nur Tropenhölzer bieten können. Um dies zu ändern, werden heimische Holzarten häufig aufwendig mit Wachs, Wärme oder chemischen Stoffen behandelt. Durch diese Prozesse wird das heimische Holz dann resistenter, langlebiger oder dunkler und letztlich als die umweltfreundliche Alternative zu Tropenholz verkauft. Diese Verarbeitungsprozesse benötigen jedoch sehr viel Energie, sodass das Holz  letztlich nicht umweltfreundlicher ist als das von Natur aus widerstandsfähige Tropenholz. Tatsächlich kann das heimische Holz, das häufig mit dem LKW transportiert wird, durch diese zusätzliche Behandlung sogar eine schlechtere CO²-Bilanz aufweisen als Tropenholz. Die notwendigen Imprägnierungen, Beschichtungen und Bindemittel, die das heimische Holz langlebiger machen sollen, sind noch zusätzliche Schadstoffquellen. Auch bei heimischem Holz sollte man daher ganz genau nachvollziehen, woher das Holz kommt und welche Verarbeitungsprozesse oder Produkte genutzt wurden, um das Holz haltbarer zu machen.

Vorsicht bei der Herkunft

Tatsächlich sollte man auch bei heimischem Holz aufpassen was die Umweltfreundlichkeit betrifft. Denn der Begriff „heimisches Holz“ ist nicht eindeutig festgelegt und darf keinesfalls mit „regionalem Holz“ verwechselt werden. Heimisches Holz sagt ausschließlich aus, dass die jeweiligen Holzarten potentiell auch in Deutschland vorkommen und dort heimisch sind. Der jeweilige Stamm kann aber auch ganz woanders gewachsen sein – dies ist beispielsweise bei jeder dritten Fichte der Fall; jede Fünfte nimmt den weiten Weg aus Russland auf sich. Viele Stämme heimischen Holzes legen somit lange Transportwege mit LKWs zurück, was sogar umweltschädlicher ist als die Verschiffung, mit der Tropenhölzer importiert werden. Bei heimischen Hölzern ist jedoch nicht nur der Transport bedenklich, sondern auch das fehlende Bewusstsein für die potentiell zweifelhafte Herkunft. Denn im Gegensatz zu Tropenholz werden heimische Holzarten grundsätzlich mit regionalen und vertrauenswürdigen Quellen gleichgesetzt. Dadurch fehlt der Druck zum verlässlichen Herkunfts- und Produktionsnachweis, der bei Tropenholz seit 2013 von staatlicher Seite mit der sogenannten Sorgfaltspflicht garantiert wird. Diese Sorgfaltspflicht, bei welcher die Legalität des Holzes nachgewiesen werden muss, fehlt bei heimischen Hölzern, die aus einem europäischen Land importiert werden. Als Resultat stammen Importe häufig aus nicht nachhaltiger Forstwirtschaft oder aus den letzten Urwäldern. Vorsicht geboten ist vor allem bei Holz aus Osteuropa, Skandinavien oder Nordamerika.

Auch die Herkunft aus Monokulturen, in denen heimische Hölzer oftmals gezogen werden, sollte nachvollzogen und kritisch reflektiert werden. Da Bäume in Monokulturen anfälliger für Schädlinge sind, werden diese mit Pestiziden geschützt, was wiederum eine weitere Umweltbelastung bedeutet. Darüber hinaus wurden für ebendiese Monokultur oftmals ein zuvor intakter Lebensraum und dessen Artenvielfalt zerstört. Im Gegensatz zu heimischen Holzarten werden weniger als 1% tropischer Hölzer in den ökologisch bedenklichen Monokulturen gezogen.

Der Verzicht auf Tropenholz ist also nicht unbedingt die bessere und umweltfreundlichere Wahl. Im Gegenteil ist es heutzutage sogar so, dass Tropenholzimporteure aufgrund des größeren Drucks stärker kontrolliert werden und deren Lieferanten inzwischen sehr häufig bessere Forstwirtschaft- und Produktionsbedingungen vorweisen können.

Mehr unter: Thermoholz - Eine Alternative zu Tropenholz?