• Was ist Pro Tropenholz? Pro Tropenholz ist eine Interessengemeinschaft von langjährig tätigen Holzimporteuren und Händlern.

    Was ist Pro Tropenholz?

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  • Tropenholz-handel Der legale internationale Holzhandel ist nicht für die Zerstörung der wichtigen Tropenwälder verantwortlich.

    Tropenholz-handel

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  • Tropenholz-boykott Ein Boykott rettet keine Waldflächen.

    Tropenholz-boykott

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  • Schutz der Tropenwälder Eine wirtschaftliche Nutzung der wertvollen Ressource ermöglicht den Schutz des Ökosystems als Ganzes.

    Schutz der Tropenwälder

    Eine wirtschaftliche Nutzung der wertvollen Ressource ermöglicht den Schutz des Ökosystems als Ganzes.

  • Nachhaltige Holzwirtschaft Von einer nachhaltigen Nutzung und Bewirtschaftung der Wälder profitieren auch die Menschen vor Ort.

    Nachhaltige Holzwirtschaft

    Von einer nachhaltigen Nutzung und Bewirtschaftung der Wälder profitieren auch die Menschen vor Ort.

Nachhaltige Holznutzung und Schutz der Tropenwälder – schließt sich das nicht aus?

Nein, im Gegenteil: Eine wirtschaftliche Nutzung der wertvollen Ressource ermöglicht den Schutz des Ökosystems als Ganzes. Studien zufolge kann nachhaltige Holznutzung, beispielsweise nach Vorschriften der FSC-Zertifizierung, den Regenwald sogar effektiver schützen als eine bloße Unterschutzstellung der jeweiligen Gebiete. Denn in Schutzgebieten treten illegale Abholzung und Brände häufiger auf als in nachhaltig genutzten Wäldern, deren Erhalt und Gesundheit untrennbar mit dem ökonomischen Interesse der Holzkonzerne verknüpft sind. Tatsächlich sehen einige in der „Inwertsetzung“ des bereits vorhandenen und verwertbaren Gutes durch eine schonende Nutzung die beste Chance für das Überleben des Regenwaldes.

Was genau bedeutet eine nachhaltige Nutzung im Falle der Tropenwälder?

Grundsätzlich sollen der Wald und das gesamte Ökosystem mit einer nachhaltigen Nutzung trotz des menschlichen Eingriffs in seiner Produktionsfunktion, Regenerationsfähigkeit, Gesundheit und Vitalität erhalten bleiben. In der Praxis werden zu diesem Zweck umfassende Inventarisierungen des zu nutzenden Waldabschnitts durchgeführt, welche die Größe, Art, Registrierungsnummer und Standort der vorhandenen Bäume erfassen. Mithilfe dieser Inventarisierungen können diejenigen Bäume genau festgelegt werden, die nach offiziellen, strengen Bestimmungen gefällt werden dürfen: Bei vielen Arten sind das beispielsweise nur die Hälfte der Bäume, die dem amtlich festgelegten Mindestdurchmesser entsprechen. Zudem müssen die ältesten und gesündesten Exemplare des Gebiets erhalten bleiben, damit sie als Samenträger den Fortbestand garantieren können. So kann mithilfe des Inventars der Holzeinschlag dahingehend geplant werden, dass der Wald nur minimal geschädigt wird. Da nachhaltig wirkende Holzkonzerne meist über Jahrzehnte hinweg dieselbe sogenannte Konzession bewirtschaften (ein Waldabschnitt, in welchem sie Holz einschlagen dürfen), liegt es in ihrem eigenen Interesse, das Waldgebiet als Ökosystem gesund und vital zu halten. Viele nutzen zu diesem Zweck ein Rotationsverfahren beim Holzeinschlag, durch welches sich bearbeitete Gebiete innerhalb von mehreren Jahrzehnten erholen können, bevor ein erneuter Eingriff durchgeführt wird. Laut einer Studie des Ökologen Brendan Fisher von der Princeton University kann dieses Vorgehen einen Großteil der ursprünglich vorhandenen Artenvielfalt erhalten, sichern und so den Fortbestand eines gesunden Regenwaldes schützen.

Ganzheitlicher Schutz durch Inwertsetzung

Ein schonendes Holzfällen steht auch dem ganzheitlichen Schutz des Regenwaldes keinesfalls entgegen. Wo Holz nachhaltig geschlagen wird, kann sich das Ökosystem durchaus wieder erholen, da junge Triebe der gefällten Bäume in der Ruhephase wieder heranwachsen und die entstandene Lücke im Laubdach wieder schließen. Auch die meisten Tierarten werden nahezu überhaupt nicht von schonendem Holzfällen beeinträchtigt. Andernfalls wäre der Bestand eines gesunden, regenerativen Waldes schlicht unmöglich, da die Tiere wichtig für die Bestäubung und Samenverteilung sind. Somit ist es auch für die Holzkonzerne essentiell, die wildlebenden Tiere zu schützen und so wenig zu beeinträchtigen wie möglich. Beispielsweise mithilfe schmaler Schneisen, über denen sich das Laubdach wieder schließen kann und Affen die Straßenüberquerung ermöglicht, ohne die Bäume zu verlassen. Einige Arten können sogar vom Holzeinschlag profitieren, da auf den entstandenen Freiflächen vermehrt Futterpflanzen wachsen, die beispielsweise von Gorillas bevorzugt werden.

Selbstverständlich bedeutet jede Nutzung des Regenwaldes immer einen Eingriff, so nachhaltig er sein mag. Doch eine nachhaltige Bewirtschaftung des Regenwaldes, die immer auch die Einbindung der indigenen Bevölkerung beinhaltet, deren Lebensgrundlage die Tropenwälder sind, ist dennoch die beste Chance für die Erhaltung der Regenwälder. Ohne diese Bewirtschaftung könnten Brandrodung und nachfolgende Nutzung, beispielsweise als landwirtschaftliche Flächen, für die indigene Bevölkerung ökonomisch attraktiver werden und eine weitere Zerstörung nach sich ziehen. Somit kann eine nachhaltige Holznutzung tatsächlich die Grundlage für einen langfristigen und ganzheitlichen Schutz der Tropenwälder sein – vielleicht sogar die beste Chance, die der Tropenwald hat.

Mehr unter: Welche Folgen hätte ein Tropenholz-Boykott?

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